Wieviel Steuer muss ich beim Wetten bezahlen?

Das Finanzamt will auch mitspielen

Der Bund der Steuerzahler muss es wissen. Seiner Ansicht nach sind Gewinne, die man durch Sportwetten erzielt, ebenso wie Einnahmen, die man durch einen Lotteriegewinn getätigt hat, von jeglicher Besteuerung befreit. Es handelt sich hierbei weder um einen Ertrag, der im Zuge eines Angestelltenverhältnisses erwirtschaftet wurde, noch um die Früchte der Arbeit des Selbstständigen – es sei denn, er wäre Spieler von Berufs wegen.

Steuern beim SportwettenAuch andere Einkunftsarten, die der Besteuerung unterliegen wie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Land- und Forstwirtschaft und sonstige Einkünfte kommen laut BdSt im Falle von Sportwetten nicht in Betracht. Anders verhält es sich bei Berufsspielern und Personen, die bei einer Quiz-Show mit ihrem Gewinn Geld verdienen.

Auch private Sportwetten sind nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Deutschland wieder zulässig, nachdem festgestellt wurde, dass die bisherige Praxis, sie zu untersagen, mit dem EU-Recht nicht vereinbar ist. Demnach kann das staatliche Monopol nicht länger beansprucht werden und auch dann, wenn eine Lizenzvergabe gefordert würde, müsste dies auf der Basis des europäischen Rechts geschehen.

Die aber ist bislang nicht in Sicht. Brüssel vertritt anscheinend die Auffassung, dass die Ausweitung des Werbevolumens für Spielhallen und ihr erweitertes Angebot mit dem Anspruch der Suchtbekämpfung nicht zu vereinbaren ist. Nun ist gerade bei Steuerfragen nicht immer alles so leicht zu entscheiden, wie es den Anschein haben mag. Ein lukratives Gebiet reizt auch das Finanzamt zu möglichen Nachforderungen, und wenn die erst einmal eingetroffen ist, heißt es, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Sportwetten nur als Hobby nutzen?

Die Grenze zwischen Sportwetten als Hobby und als berufliche Betätigung zu ziehen, fällt auf den ersten Blick nicht leicht. Die Frage ist noch, ob dafür die aufgewendete Zeit oder die Intensität und Regelmäßigkeit des Einsatzes zugrunde gelegt wird. Dass es sich bei Gewinnen aus Sportwetten nicht um Zinserträge handelt oder um Börsengewinne, die aus Zinswetten resultieren, liegt ja auf der Hand, dass aber die Finanzverwaltung alles nur Mögliche versuchen wird, um einen Teil des teilweise recht lohnenden Ertrags, der bei Sportwetten als Gewinn anfällt, für sich zu verbuchen, ebenso.

Gerade im Bereich der Sportwetten liegt ein gewerbsmäßiges Betreiben nahe, wenn man bedenkt, wie viele Arten von Wetten gleichzeitig abgeschlossen werden können. Hier zu unterscheiden, wann das Hobby zum Beruf wird, für den es keine festgelegten Ausbildungskriterien gibt, kann ganz nach Interessenlage ausgerichtet sein.

Wo mit Nachforschungen und schwer zu widerlegenden Behauptungen zu rechnen ist, muss frühzeitig vorgebeugt werden. Wie das im Einzelnen zu bewerkstelligen ist, bleibt jedoch der Findigkeit des begeisterten Wetters überlassen, der ja auch seine Verluste nicht abschreiben kann, zumindest jetzt noch nicht.

Wenn die beim Abschluss von Sportwetten ausgeübte Tätigkeit als neuartiger Berufszweig anerkannt werden sollte, werden sich dafür auch Maßstäbe finden lassen, die sich zunächst an den jetzt schon für Berufsspieler angelegten orientieren können. Vorsorglich kann es nicht schaden, über erzielte Gewinne sowie erlittene Verluste mit penibler Genauigkeit Buch zu führen, um sie gegebenenfalls akkurat und vollständig nachweisen zu können. Für eine Auseinandersetzung mit dem Finanzamt sollte man tunlichst gewappnet sein.